Prof. Dr. Susanne Lilian Gössl

E-Commerce, Verbrauchervertragsrecht und Europäisches Privatrecht

Wenn auch Transaktionen über digitale Güter zunächst dem allgemeinen Vertragsrecht unterstehen, d.h. etwa Kauf- oder Werkvertragsrecht einschlägig sein kann, sind in den letzten Jahren immer mehr Spezialregelungen, insbesondere unionsrechtlicher Herkunft, zu digitalen Vertragsschlüssen als solche erlassen worden, d.h. Fragen des E-Commerce. Diese überlappen sich häufig, aber nicht stets mit Fragen des Verbrauchervertragsrechts, die ebenfalls von der EU stark harmonisiert worden sind. Während der deutsche Gesetzgeber diese auf Richtlinien zurückgehenden Regelungen ins BGB übernommen hat und damit den Anschein erweckt, sie seien wie Fragen des autonomen deutschen Rechts zu behandeln, müssen die Normen unionsrechtskonform ausgelegt werden, was zu Friktionen mit dem deutschen Recht führen kann.

→ hierzu u.a. Gössl, Parteidispositionen und EU-Verbrauchervertragsrecht (Habilitationsmanuskript, unveröffentlicht)